Angst ist ebenso wie aggressives Verhaltenein weit verbreitetes Problem in verschiedensten Mensch-Hundbeziehungen. Da dieses Verhalten zunächst aber nicht so störend und bei der Bevölkerung nicht als so negativ aufgenommen wird wie aggressives Verhalten wird es häufig nicht als etwas Ernstes angesehen, das man therapieren sollte.
Da ängstliches Verhalten aber durchaus irgendwann in aggressives Verhalten umschlagen kann (Angstbeißer) sollte schon bei kleinen Anzeichen reagiert werden.
Im aktuellen Fall wünscht sich die Besitzerin dass es nach der Therapie klappt, den Hund beim Reiten mit zu nehmen. Ein Wunsch, der sehr schön klingt aber eigentlich nicht immer umsetzbar ist.
Wesentlich dabei ist, dass sowohl der Hund als auch das Pferd ihren Besitzer als Chef und souveränen, vertrauenswürdigen Rudelführer akzeptieren. Eine Annäherung der beiden grundlegend verschiedenen Tiergruppen (Pferd = Flucht- und Beutetier; Hund = Raubtier) kann also nur und allein über den Menschen funktionieren.
Unumgänglich ist auch ein bestimmtes Maß an Grundgehorsam. Beim Gespräch mit der Besitzerin stellte sich heraus dass Chicco nur im Haus gehorcht und im Freien alles ignoriert und nicht einmal Leckerchen annimmt.
Nach einem Lange Gespräch in Haus ging es dann ins Freie und mit einigen Tipps verstanden sich die beiden innerhalb weniger Minuten. Auch Leckerchen waren dann auf einmal interessant und die Besitzerin traute ihren Augen nicht wie aufmerksam ihr Hund auf einmal war.
Leider konnte ich bei diesem Treffen die Situation zwischen Chicco und den Pferden noch nicht beurteilen, da diese nicht zugänglich waren. Rund um den Stall wurde asphaltiert und so konnten die Pferde ausgerechnet an diesen Tag nicht aus den Boxen in die Koppel geführt werden. Ein kurzer Besuch im Stall gemeinsam mit Chicco und seiner Besitzerin gaben mir aber schon einen groben Eindruck. Nach 14 Tagen werde ich den beiden erneut einen Besuch abstatten um deren Trainingsfortschritte und dann auch wirklich das Problem Hund und Pferd genauer zu analysieren.
Ein toller Fall mit einer sehr intelligenten einsichtigen Besitzerin und einem tollen uns süßen Hund. Da macht die Arbeit richtig Spaß 
Von 18. bis 20. Juli 2008 nahm ich an einem Problemhundeseminar in Götsis (Vorarlberg) teil. Das ganze wurde über Hundewelten.de veranstaltet. Schon am ersten Tag wurden wir darauf aufmerksam gemacht, dass wir einiges an Information geboten bekämen und alles was wir bislang über Hundeerziehung und Arbeit mit problematischen Hunden gelernt haben nach dem Wochenende mit anderen Augen betrachten würden.
Auch wenn sich im Publikum zunächst Skepsis breit machte, fuhren wir nach den drei Tagen fasziniert und beeindruckt nach hause.
Es war eine sehr interessante und lehrreiche Veranstaltung und ich werde mich auch in Zukunft weiter mit dieser ganz speziellen wortlosen Form der Hundeerziehung bzw. -therapie befassen.

Von der kleinen Chrissy und ihren Babies habe ich ja schon berichtet, nun freue ich mich ganz besonders wieder von ihr zu hören. Ihr Problem war es, dass sie ihre Welpen vor Fremden und sogar Familienmitgliedern (tierischer und menschlicher Art) bellend und knurrend verteidigte. Eine ganz natürliche Verhaltensweise die hormonell bedingt ist und bei Mutterhündin zu Mutterhündin unterschiedlich stark ausgeprägt ist. Es ist sehr schwer diese hormonell bedingte Aggression der Mutterhündin zu therapieren. Die einzige Möglichkeit besteht darin die Reizschwelle der Mutterhündin etwas herunterzusetzen, was nur durch Geduld, gezielte Desensibilisierung und Training erreicht werden kann.
Ich freue mich sehr wenn Menschen mit Problemen zu ihrem Hund meine Anweisungen annehmen, verstehen und bereit sind etwas dagegen zu tun, auch wenn das oft bedeutet, seine eigenen Verhaltensweisen zu ändern.
Meine Ratschläge sind bei der Familie scheinbar recht gut und verständlich angekommen und den Familienmitgliedern war daran gelegen wirklich etwas an der Situation zu ändern. Diese schöne Mail erreichte mich von Chrissys Pfelgestelle:

Hallo Sabine,
ich wollte mal Bericht erstatten, wie´s mit unserer Hundemama Chrissi und ihren Babies geht...
Chrissi geht seit ca. 3 Wochen jeden Nachmittag ca. 4 Std. zu ihrer neuen Familie und macht sehr große Fortschritte in jeder Hinsicht.
Sie wird allmählich eine sehr selbstbewußte und fröhliche Hündin und lernt, daß fremde Menschen auch nett zu ihr sein können. Manchmal kommt sogar schon der Übermut ihn ihr durch - dann tobt sie herum und vergißt ihre Angst total.
Fremde bei uns im Haus (es sind ja immer die gleichen Leute, die uns besuchen) kläfft sie meistens nicht mehr an, manchmal wedelt sie sogar schon mit dem Schwanz...
Wir sind sehr zufrieden und auch sehr froh um ihre neue Familie, die mit viel Verständnis an die langsame Eingewöhnung geht.
Mit unseren Hunden ist sie leider sehr dominant und da die Welpen mittlerweile den größten Teil des Tages auf unserer überdachten Terrasse und im Garten sind, versucht Chrissi ständig, unseren beiden Hunden Susi und Charly vorzuschreiben, daß sie nicht erwünscht sind... das führt natürlich zu Reibereien, aber Chrissi will ihre Welpen halt beschützen und ist da manchmal übereifrig...
Wie schon eingangs angeführt ist es sehr schwierig dieses Problem vollständig zu beheben. Dennoch freue ich mich zu hören, dass Chrissy mittlerweile bei Besuchern nicht mehr so starke Abwehrreaktionen zeigt wie zu Beginn.
Ich wünsche der süßen Chrissy, dass sie in ihrer neuen Familie nun glücklich werden kann und freue mich auch weiterhin auf dem Laufenden gehalten zu werden.
Im Gespräch mit Itschies Besitzerin in deren Wohnung wurde meine Vermutung Itschis Problem betreffend bestätigt. Umso schwieriger war es nun der Besitzerin klar zu machen, was in Itschi vorgegangen ist und wie sie mit diesem Problem umzugehen hat. Die Therapie für dominantaggressive Hunde ist leider eine sehr harte. In Itschies Fall kann man leider auch nicht mehr von einem geringgradigem Problem sprechen, da sie nicht nur knurrt sondern auch gebissen hat. Auch stellt sie eine Gefahr für die Kinder der Familie dar und es ist sehr wichtig den richtigen Umgang mit diesem Hund zu lernen um Schlimmeres zu verhindern.
In einem kleinen Handout habe ich Itschies Besitzerin die wichtigsten Punkte im zukünftigen Umgang mit ihrem Hund zusammengefasst. Jeden der angeführten Punkte habe ich mit ihr durchgesprochen und ich denke sie hat alle verstanden. Die Umsetzung ist nun allerdings ein anderes Thema und ich hoffe die Besitzerin schafft es das auch durchzustehen.
Momentan ist die Familie auf Urlaub und ich hoffe ich bekomme anschließend einen Bericht. Ich denke in diesem Fall wird ein zweites Beratungsgespräch sicherlich notwendig sein.

Diese süße Zwergpinscher-Mischlingsdame kam vor einigen Monaten mit dickem Bäuchlein zu ihrer neuen Pflegefamilie. Dass sie nicht alleine war konnte man schon damals gut erkennen.
Hier Chrissis Geschichte:

Das ist Itschi, die nun glücklich in Hall in Tirol lebt. Anfangs gab es keine Probleme und das arme Hündchen wurde verwöhnt wo es ging. Ihre momentan etwas verzweifelte Besitzerin schilderte mir telefonisch das Problem mit ihrem Neuzugang und ich versuche wesentliche Inhalte hier wiederzugeben:
Itschies Problem:
Während den ersten Monaten war die Hündin sehr brav und lieb. Man konnte förmlich spüren, dass sie langsam ihre schreckliche Vergangenheit zu verarbeiten begann und sich bei ihrer neuen Familie gut eingelebt hat. Kein Wunder, denn die liebevolle Familie wollte natürlich das Hündchen für all seine tragischen Erlebnisse entschädigen und erfüllte ihm jeden Wunsch den sie glaubten dass Itschi hätte. Diese liebe Geste nahm die Hündin natürlich gerne an und schön langsam erwachten in ihr wieder die alten "hündischen" Rudelgefühle. Nun begann sie auf einmal ihr Futter zu verteidigen, die Kinder der Familie anzuknurren und nach ihnen zu schnappen. Nur die Mutter und Bezugsperson der Hündin hatte noch Rechte ihr gegenüber. Wenn Itschi schlafen wollte, durfte sich keiner zu ihr auf die Couch legen, wenn sie wach war musste sich alles um sie drehen.
Die Kinder der Familie fanden sich langsam damit ab und mieden den Umgang mit der Hündin. Auch deren Treffen mit anderen Freunden wurde nicht mehr in der Wohnung gemacht sondern musste verlegt werden.
Die Familie stellte also ihr Leben so um, dass es Itschi recht gemacht wurde.
Erst nachdem es dann dazu kam, dass Itschi den Nachbarshund gebissen hatte wurde ihre Besitzerin wachgerüttelt und wendete sich hilfesuchend und verzweifelt an mich.
Nach dem Telefonat hatte ich schon eine Grundidee, was mit dem Hündchen passiert war und ich fixierte einen Termin an dem wir uns trafen.
Wie es weiterging folgt in einem späteren Update